In 7 Schritten zu Ihrer Strahlentherapie
1.Anmeldung
Sie oder Ihre behandelnde Ärztin bzw. Ihr behandelnder Arzt melden Sie bei uns an – telefonisch, per Terminanfrage oder über unser Anmeldeformular. (Terminanfrage oder Fax-Anmeldeformular(PDF 351,1 KB))
2. Prüfung Ihrer Unterlagen
Unsere Fachärztinnen und Fachärzte für Strahlentherapie sichten Ihre Befunde und prüfen die medizinischen Voraussetzungen für eine Behandlung.
3. Terminvereinbarung
Wir kontaktieren Sie telefonisch und vereinbaren einen Termin für Ihre Erstvorstellung.
4. Persönliches Beratungsgespräch
Bei Ihrem ersten Termin besprechen wir Ihre Erkrankung, beantworten Ihre Fragen und informieren Sie ausführlich über die geplante Behandlung. Angehörige oder Vertrauenspersonen sind herzlich willkommen.
5. Individuelle Vorbereitung
Falls erforderlich, planen wir weitere Untersuchungen, beispielsweise ein MRT, ein Audiogramm oder die Anfertigung einer Zahnschiene.
6. Planungs-CT
Mit einem speziellen Planungs-CT erstellen wir die Grundlage für Ihre individuelle Bestrahlungsplanung. Bei Bedarf fertigen wir zusätzlich eine Lagerungsmaske an.
7. Beginn der Strahlentherapie
In der Regel startet Ihre Behandlung bereits fünf bis sechs Werktage nach dem Planungs-CT. Während der gesamten Therapie werden Sie von unserem erfahrenen Team begleitet.
Nachsorge und weitere Betreuung
Auch nach Abschluss Ihrer Strahlentherapie bleiben Sie medizinisch gut begleitet. Die Nachsorge erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Ihrem behandelnden Facharzt oder Onkologen, um eine kontinuierliche Betreuung und die bestmögliche Versorgung sicherzustellen.
Moderne Technik auf universitärem Niveau
Wir führen das gesamte Spektrum der modernen Strahlentherapie bei Krebserkrankungen durch. Dazu gehören die Behandlung verschiedenster Tumorarten und die Anwendung innovativer Bestrahlungstechniken nach aktuellen wissenschaftlichen Standards. Für eine präzise und schonende Strahlentherapie setzen wir modernste Behandlungstechnologien ein. Detaillierte Informationen zu den eingesetzten Bestrahlungssystemen, innovativen Verfahren und technischen Möglichkeiten finden Sie auf den Seiten der Klinik und Poliklinik für Radioonkologie und Strahlentherapie der Universitätsmedizin Mainz. Dort erhalten Sie einen umfassenden Einblick in die technische Ausstattung und die aktuellen Standards der modernen Strahlentherapie.
Strahlentherapie bei Brustkrebs
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau und stellt einen wichtigen Schwerpunkt unserer strahlentherapeutischen Versorgung dar. Daher möchten wir Ihnen folgend die Möglichkeiten der modernen Strahlentherapie bei Brustkrebs näher vorstellen.
Die Strahlentherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von Brustkrebs. Ziel ist es, verbliebene Tumorzellen nach einer Operation zu zerstören und das Risiko eines erneuten Auftretens der Erkrankung zu reduzieren. Dabei legen wir besonderen Wert auf eine präzise und gleichzeitig schonende Behandlung.
Heute profitieren viele Patientinnen von modernen Bestrahlungskonzepten mit verkürzter Behandlungsdauer. Durch die sogenannte Hypofraktionierung kann die notwendige Gesamtdosis in größeren Einzeldosen über weniger Behandlungstage verabreicht werden. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass diese Form der Behandlung ebenso wirksam und sicher ist wie längere Bestrahlungsschemata. Für viele Patientinnen bedeutet dies eine deutliche Zeitersparnis und eine geringere Belastung im Alltag.
Für Patientinnen mit linksseitigem Brustkrebs setzen wir zusätzlich moderne Verfahren zur Schonung des Herzens ein. Hierzu gehört die Bestrahlung in tiefer Einatmung (Deep Breath Hold, DBH). Durch die tiefe Einatmung vergrößert sich der Abstand zwischen Brust und Herz, sodass die Strahlenbelastung des Herzens deutlich reduziert werden kann.
Die Durchführung erfolgt mithilfe eines sogenannten Atemgatings. Dabei wird die Bestrahlung nur während einer zuvor festgelegten Atemphase freigegeben. Dies ermöglicht eine hohe Präzision und trägt dazu bei, gesundes Gewebe bestmöglich zu schützen.
Zusätzlich nutzen wir die Surface Guided Radiation Therapy (SGRT). Dieses moderne, kamerabasierte Verfahren überwacht die Körperoberfläche während der gesamten Behandlung in Echtzeit und unterstützt eine exakte Positionierung ohne zusätzliche Strahlenbelastung. Kleinste Bewegungen können unmittelbar erkannt werden, wodurch die Sicherheit und Genauigkeit der Bestrahlung weiter erhöht werden.
Ein besonderer Vorteil: Durch den Einsatz von SGRT können wir in vielen Fällen markerlos arbeiten. Auf dauerhaft aufgebrachte Hautmarkierungen kann häufig verzichtet werden. Dies erhöht den Komfort für unsere Patientinnen und ermöglicht gleichzeitig eine präzise und reproduzierbare Lagerung bei jeder einzelnen Behandlung.
Stereotaktische Bestrahlung
Die stereotaktische Bestrahlung ist eine hochpräzise strahlentherapeutische Methode, um kleine Tumore oder Metastasen schonend und hocheffektiv zu behandeln. Mit dieser Technik können hohe Einzeldosen gezielt appliziert und Risikoorgane maximal geschont werden. Die Behandlung ist ambulant möglich.
Diese Behandlungstechnik kann sowohl im Bereich des Kopfes (intrakraniell) als auch im Bereich des Körperstamms (extrakraniell) angewendet werden. Dabei sind Bestrahlungen in einer Sitzung (Einzeit oder Radiochirurgie) oder auch in mehreren Sitzungen (fraktioniert) möglich. Die Gesamtbehandlungszeit ist sehr kurz.
Für die Behandlung ist wichtig, den Patienten äußerst präzise zu lagern. Eine individuell angeformte Bestrahlungsmaske für die intrakranielle Stereotaxie oder eine speziell angeformte Vakuummatratze für die extrakranielle Stereotaxie sind notwendig.
Indikationen für die intrakranielle Stereotaxie:
- Gutartige intrakranielle Tumoren (wie z. Bsp. Meningeome, Akustikusneurinome oder Hypophysenadenome,…)
- Hirnmetastasen (bis zu 10 Hirnmetastasen in Hyper Arc-Technik möglich)
- Rezidivbestrahlungen
Indikationen für die extrakranielle Stereotaxie:
- Inoperable Lungentumoren und -metastasen
- Inoperable Lebertumoren und -metastasen
- Metastasen anderer Lokalisation (wie z. Bsp. singuläre Knochenmetastasen, Nebennierenmetastasen, Lymphknotenmetastasen…)